| Die
Antoniusschule hat am 18. September 1993 ihr 100jähriges Bestehen ganz groß
gefeiert. In diesem Jahr besteht die Schule bereits 117 Jahre. Das ist eine lange
Zeit, in der viele Kinder hier die ersten Jahre ihrer schulischen Betreuung
erfuhren.
Aber dass es erst 1893 zu
der Schulgründung kam, ist eigentlich verwunderlich, da Freisenbruch um
diese Zeit schon fast 900 Jahre Geschichte als Bauernschaft und Gemeinde
hinter sich hat. Urkundlich erwähnt wird der Name "Friesonbruoke" schon
1047. Die Zeit des frühen Mittelalters von Freisenbruch ist gekennzeichnet
durch Grenzstreitigkeiten um Zugehörigkeit und Vogteirechte. Schließlich
fällt es mit drei anderen Bauernschaften in einem Friedensvertrag 1243 vom
Stift Essen an die Grafen von der Mark. Alle vier werden ab dann die
"märkischen Gemeinden" genannt: Steeler Berg (Königssteele), Horst,
Freisenbruch und Eiberg. Ihre politische Abgrenzung wird stärker, als sie
durch Erbvorgänge 1609 an Brandenburg fallen, das 1701 zum Königreich
Preußen wird.
Aber für die schulische
Geschichte in Freisenbruch ist wichtig, dass diese politische Entwicklung
sich nicht mit der kirchlichen deckt. Die märkischen Gemeinden, unter ihnen
Freisenbruch, bleiben weiterhin im "Kirchspiel Steele", das zum Stift Essen
gehört. In der "Geschichte des Ruhrtals" von W. Grevel heißt es: "Das
gemeinschaftliche Band, welches die Anzahl Bauernschaften und Gemeinden
verschiedener Landesherrschaften kirchlich fest umschloss und zusammenhielt,
hat alle politischen Wandlungen und Besitzwechsel überdauert, und bis auf
den heutigen Tag vielfach gemeinschaftliche Interessen wach gehalten."
Spätestens
1588 ist
für diesen Bereich bei der Pfarrei Steele eine öffentliche, deutschsprachige
Schule bezeugt, die heutige Laurentiusschule. Sie ist dann auch die
zuständige Schule für die Freisenbrucher Kinder und sozusagen die
"Stammschule", von der die einzelnen Schulen der umliegenden Gemeinden als
"Abzweigungen" in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstehen.
So galt auch für die
Freisenbrucher Kinder die "Hochfürstlich Essendische Schulverordnung" aus
dem Jahre 1786, in der die Essener Äbtissin Maria Cunegunda die
allgemeine Schulpflicht festschrieb. Hierin
verpflichtete sie die Gemeinden, für Schulhäuser, Lehrmittel und Lehrer zu
sorgen. Sie schloss ausdrücklich die "ländlichen Gemeinden" mit ein, weil es
"dem gemeinen Wesen zum vorzüglichen Nutzen gereicht, wann die Jugend im
Christentum, im Lesen, im Schreiben und Rechnen wohl unterrichtet wird". Wie
modern ihre Überlegungen im sozialen Bereich damals schon waren, zeigen auch
weitere Anordnungen. Die "ganz armen Kinder" mussten frei unterrichtet
werden, und das Schulgeld für kinderreiche Familien wurde ermäßigt. Andere
Artikel richten sich gegen die damals oft übliche Kinderarbeit. So mussten
Eltern, die ihre Kinder nicht zur Schule schickten, Strafe bezahlen. Bauern,
die schulpflichtige Kinder als Viehhirten einstellten, werden verwarnt.
Realistisch war es, dass die Schule in der Erntezeit ganz geschlossen war.
Die Älteren unter uns erinnern sich sicher noch an den Namen
"Kartoffelferien" für die Herbstferien. Sie galten im ländlichen Bereich
nicht der Erholung der Kinder, sondern es war bis in unser Jahrhundert eine
Freistellung der Schüler für Erntearbeiten. Tatsächlich aber gingen wohl nur
ein Teil der Kinder aus den ländlichen Gebieten regelmäßig zur Schule.
In der Tat war
Jahrhunderte hindurch Freisenbruch eine nur unbedeutende Bauernschaft,
bestehend aus wenigen Gehöften. Namen aus der damaligen Zeit sind oft bis
heute in Hof-, Flur- oder Straßennamen erhalten. Wie aus alten Karten
ersichtlich, war Freisenbruch von Wald umgeben. Trotzdem fanden in diesem
Gebiet Handel und Verkehr statt. Durch die Ansiedlung lief der bekannte und
berühmte
Hellweg auf seinem Teilstück von Bochum
nach Steele. Er war Handels- und auch Heerstraße. Besonders in Freisenbruch
lassen sich seine Spuren noch nachweisen.
Aus den Quellen kann man
erfahren, dass diese Straße für die Einwohner von Freisenbruch
Verdienstmöglichkeiten (Vorspann für beladene Fuhrwerke), vor allem aber
Belastungen und Gefahren mit sich brachte. Sie mussten Holz, Steine und
Arbeitskraft für die Erhaltung des Weges liefern und bekamen als
Gegenleistung statt Geld Bier. Schlimm war es, dass fast in allen
Jahrhunderten Kriegstruppen diesen Weg benutzten. Da Steele und Essen
befestigte Städte waren, hielten sich die durchziehenden Truppen aller
Parteien an den ungeschützten Bauernhöfen schadlos, so dass im 17.
Jahrhundert Tage zu verzeichnen waren, "an denen weder Bier noch Wein, weder
ein Pferd noch Futter im ganzen Ort zu finden war". Schlimmer noch
waren Plünderungen, Brandschatzungen und Mord.
Noch 1798 hatte
Freisenbruch nur 102 Einwohner. In 21 Häusern wohnten 23 Familien. Immer
noch waren die meisten von ihnen Bauern. Zwei wurden als Leineweber, aber
schon vier als Bergleute angegeben. Der Steinkohlenabbau
begann dort, wo die kohleführenden Schichten an die sichtbare Oberfläche
traten, also im Ruhrtal. 1780 wurde die Ruhr zu Gunsten der Kohle schiffbar
gemacht und 1781 sind Kohlenstollen in Steele nachweisbar, obwohl Kohle
schon lange bekannt war. Ein Abbau der Kohle wurde erst in größerem Umfang
möglich, nachdem
Franz Dinnendahl aus Horst durch seine "Wasserkunst" den
Tiefabbau der Kohle ermöglichte.
Die Entstehung von Zechen
in unserer Gegend zog auch andere Unternehmen nach sich, nicht nur
Industriebetriebe, sondern auch Händler und Handwerker. Die Einwohnerzahl
Freisenbruchs stieg dann von
1798 innerhalb von 70 Jahren auf das 20fache: Auf 1942 Einwohner im
Jahre 1871. Etwa 20 Jahre später hat sie sich schon wieder verdoppelt (1895:
4260 Einwohner) und 30 Jahre später etwa verdreifacht (1905: 6068 Einwohner)
Diese Zahlen unseres Ortes Freisenbruch zeigen, wie viele Menschen vom
Ruhrgebiet angezogen wurden und als Arbeitskräfte Lebensunterhalt fanden
durch die allgemeine industrielle Entwicklung.
Wie wirkte sich das alles
auf die schulische Entwicklung für Freisenbruch aus? Schon seit Beginn des
19. Jahrhunderts gibt es die Klagen über die weiten Wege für die Kinder und
die unzumutbar hohen Schülerzahlen in den Klassen der Steeler Schule, in
denen ja auch die Freisenbrucher Schüler saßen. So gibt es z. B. im
Jahr
1842 in der ersten Klasse 192, in der zweiten Klassen 144, in der
dritten Klasse 134 und in der vierten Klasse 147 Kinder. Selbst die amtlich
vorgeschlagene Höchstzahl von 120 Schülern pro Klasse kann uns heute nur
erstaunen. Die explodierenden Schülerzahlen gibt auch folgende Aufstelllung
wieder:
1806 gab es 300 Schüler
in 2 Klassen und 2 Lehrer.
1860 gab es 780 Schüler
in 6 Klassen und 6 Lehrer.
1884 gab es 1340 Schüler in 16
Klassen und 14 Lehrer.
Dazu muss man die oft
desolaten Verhältnisse der Schulräumlichkeiten nehmen. Unterricht wurde auch
in baufälligen Häusern und in Sälen von Wirtshäusern gehalten.
Der Unmut der Eltern aus
den angegliederten Landgemeinden führte dann dazu, dass nach und nach eigene
Schulen von der Steeler Schule abgezweigt wurden. Eine Erleichterung für die
Freisenbrucher Kinder gab es schon, als sie ab 1873 die neue Schule an der
Bergstraße (Freisenbruch I), später Canisiusschule besuchen konnten. Die
Schule begann mit 350 katholischen Schülern aus Königssteele und
Freisenbruch. Als aber die Einwohnerzahl Freisenbruchs und dadurch die Zahl
der schulpflichtigen Kinder weiter stieg, besonders durch die Abteuffung des
Schachtes Eintracht II, genannt Heintzmann, wird eine eigene Schule 1893 am
Hellweg eingerichtet.
Am
16. Oktober 1893 beginnt für Kinder und Lehrer der Unterricht in
der katholischen Schule Freisenbruch II. Nach der Gründung einer
eigenständigen Freisenbrucher Pfarrei und dem Bau der Antoniuskirche 1901
nimmt auch die Schule den Namen des Pfarrpatrons an. Ab jetzt ist es die
Antoniusschule. Begonnen wurde mit zwei Unterrichtsräumen für die unteren
Schülerjahrgänge. Die älteren Kinder mussten anfangs weiterhin zur Schule
Freisenbruch I gehen. Wegen des starken Zuzugs von Bergleuten vor und nach
der Jahrhundertwende wurde die alte Antoniusschule 1894 und 1901 weiter
ausgebaut. Erneut zu klein, wurde sie 1902 bis 1904 durch Neubauten so
erweitert, wie sie weitgehend heute noch aussieht, und seit 1968 als
Hauptschule, und danach bis heute als Förderschule dient.
Gebäude der
alten Antoniusschule am Hellweg 179 von
1893 bis 1868

Welche Bedeutung der Schule
als Teil der modernen Gesellschaft am Ende des 19. Jahrhunderts zuerkannt
wurde, lässt sich erkennen in der Rede aus dem Jahre 1885zur Einführung des
ersten Amtmannes des neu gegründeten Amtes Königssteele, zu dem auch
Freisenbruch gehört. "Der neue Amtmann möge stets . . . auch der Pflichtder
Aufsicht über das Schulwesen, der Erhebung der Jugend eingedenk sein und im
Verein mit den Lehrern dahin wirken, dass unsere Jugend in recht
musterhafter Weise herangezogen werde". Die Wirklichkeit in den Klassen sah
aber meistens mehr nach Disziplin als nach Förderung des Kindes aus, wenn
die
Schulregeln von 1880/1900 eingehalten wurden:
Alle Schüler sitzen
anständig, gerade, mit dem Rücken angelehnt in Reihen hintereinander.
Jedes Kind legt seine
Hände geschlossen auf die Schultafel.
Die Füße werden parallel
nebeneinander auf den Boden gestellt.
Sprechen, Plaudern,
Lachen, Flüstern, Hinundherrücken, heimliches Lesen, neugieriges Umhergaffen
dürfen nicht vorkommen.
Das Melden geschieht
bescheiden mit dem Finger der rechten Hand.
Kaum gefragt waren
Kreativität, eigene Persönlichkeit und Kritikfähigkeit. Besonderer Wert
wurde auf Fleiß und Gehorsam gelegt. Damit sollten Tradition und fest
gefügte Ordnungen ohne Fragen übernommen werden. Erfolgreiche Kinder wurden
z. B. mit Fleißkärtchen belohnt. Misserfolge dagegen zogen häufig Strafen
nach sich. So waren Schläge mit Gürtel oder Stock auf Gesäß oder Hände, auch
Eckenstehen weit verbreitet. Bestrafung gab es nicht nur für Ungehorsam,
sondern damit wurde auch versucht, inhaltliche Ziele zu erreichen. Eine Frau
erinnert sich: "Ich ging wieder in die Schule. Da ging es nicht so gar gut,
denn ich bekam viele Schläge wegen dem Rechnen. Der Lehrer zählte mit dem
Lineal alle mal auf drei, wenn ich rechnen musste. Ich wusste es manchmal,
aber vor Furcht wusste ich es nicht mehr." Damit körperliche
Züchtigungen nicht ausuferten, musste über sie Buch geführt werden. Das galt
noch bis in die 60er Jahre.
Aus Erzählungen wissen
wir, dass es aber auch damals Lehrer gab, die ihre Schüler verständnisvoll
und kindgemäß unterrichteten. Hin und wieder wurden Schüler und Lehrer von
der Schulaufsicht überprüft. Obwohl sie in staatlichen Händen lag, wurde sie
bis ins 20. Jahrhundert hinein oft vom Pfarrer wahr genommen. Nicht selten
schienen das "Zittertage" für Schüler und Lehrer gewesen zu sein.
Um die
Jahrhundertwende gab es eine meist achtjährige Schulzeit. Die
Kinder gingen in zwei Tagesetappen zur Schule, morgens von 8 bis 11,
nachmittags von 13 bis 16 Uhr. Aus Erinnerungen ehemaliger
Schüler wissen wir, dass sie als Kinder oft zwischendurch und nach der
Schule arbeiten mussten, entweder zu Hause, auf den Feldern oder in
Betrieben. Spielzeit blieb da oft nur in den Schulpausen. Und wenn zu Hause
Not am Mann war, so musste manches Mädchen und mancher Junge den Schulbesuch
hinten anstellen.
Antoniusschule
um 1905, das älteste
Foto, das wir haben

Wie
sahen denn nun die Klassenräume unserer Schule früher von innen aus? Leider
sind uns keine schriftlichen Aufzeichnungen über die Einrichtung der
Antoniusschule aus der ersten Zeit bekannt. Aber sicherlich wird sie nicht
stark von der allgemein vorgeschriebenen abgewichen sein.
Weil die Klassen groß
waren, saßen die Schüler relativ eng in den
Holzbänken.
Das Brennmaterial für den Ofen mussten sie oft selbst mitbringen. Die
unteren Klassen schrieben mit Griffeln auf Schiefertafeln. Ältere Schüler
benutzten Feder und Tinte aus Tintenfässern. Während die Bücher in einer
schnörkeligen Druckschrift gedruckt waren, schrieben die Schüler noch in
"deutscher Schrift".
um
1930: Klasse mit Lehrer Deutsch

Unterrichtet wurden die
Fächer
Religion, Deutsch, Rechnen, Naturkunde (Geschichte, Erdkunde), Singen,
Zeichnen, Turnen bei den Jungen, Handarbeit bei den Mädchen. Dabei nahmen
Deutsch und Religion etwa 2/3 der Stundentafel ein. Benotet wurden die
Fächer mit den Zensuren wie: gut, im ganzen gut, genügend, nicht genügend.

Ein
Lehrer der ersten Stunde in Freisenbruch war Lehrer
Bruch, der erste Schulleiter von 1893 bis 1902. Ururenkel
dieses Lehrers haben bis 2002 unsere Schule besucht.
Die Schülerzahl der
Antoniusschule erreichte 1914
ihren Höchststand. Es wurden damals 893 Kinder in 14 Klassen von 7 Lehrern
und 7 Lehrerinnen unterrichtet. Einige Klassen hatten dabei mehr als 80
Kinder. Aus der Zeit des ersten Weltkrieges von 1914 bis 1918 ist uns eine
Kriegschronik der Schule erhalten geblieben. Die Chronik ist in deutscher
Schrift geschrieben und gibt ganz genau Auskunft über Spenden, Arbeiten und
Sammlungen der Schule und der Gemeinde zu Gunsten von Soldaten und ihrer
Familien. Außerdem verfolgt sie die Soldatenlaufbahn der Lehrer bis Ende
1916. Bereits im ersten Kriegsjahr, bis zum 1.11.1915, waren von 315
einberufenen Personen aus unserem Schulbezirk 32 gefallen, 8 vermisst
und 15 in Gefangenschaft geraten. Die "Kriegerfamilien" und die Verwundeten
wurden zu den Weihnachtsfesten 1914 und 1915 mit Kleidung und Esswaren
beschenkt. Für das Lazarett in der Gartenstraße in Königssteele fertigten
Frauen aus der Gemeinde, Schülerinnen und Lehrerinnen der Antoniusschule
Hemden, Bettwäsche, Strümpfe und Handtücher an. Sie organisierten,
verpackten und verschickten Weihnachtspakete.
"Insgesamt
wurden also gearbeitet bis März 1915:
3
40 Paar Strümpfe
206 Paar Pulswärmer
23 Paar Kniewärmer
60 Kopfschützer
97 Hemden
79 Betttücher
49 Kissenbezüge
50 Handtücher
85 Decken
118 Kissen und
3 Leibbinden."
Die Schule bestritt
ebenso Auslagen und Porto für "Liebesgaben" an die Soldaten unseres
Schulbezirks an der Front. Von der ersten Sendung am 8.10.1914 bis zur
letzten notierten Sendung, der siebten vom 24.01.1916 wurden insgesamt von
unserer Schule 1538 Pakete verpackt und verschickt. Enthalten waren außer
wärmender Kleidung, wie Strümpfen, Pulswärmern, Kopfschützern und
Kniewärmern, Genussmittel wie Tabak, Zigarren, Zigaretten, Schokolade,
Kriegskuchen, aber auch Fleisch und Gebetbücher. Spenden dazu wurden in der
Gemeinde aufgebracht und auch von Lehrern gesammelt. So fand auch eine
Sammlung von Wollsachen durch die Schule statt. "3 Wagen voll, schwer
bepackt, mit einem Pferd bespannt, wurden zum Amt gebracht. Nachdem die
Sachen dort ausgeräuchert waren, wurden sie von den Lehrerinnen, den
Schülerinnen und einer großen Anzahl Frauen und Jungfrauen, zu Decken,
Westen und dgl. verarbeitet." Die Lehrer waren auch eine Zeit lang für die
Ausgabe von Brotkarten und für die "Erhebung des Kartoffelbestandes und den
Bedarf für die einzelnen Familien" zuständig.
Genau berichtet wird auch
über das Schicksal und die Laufbahn der sechs einberufenen Lehrer. Als der
Lehrer
Sehrbrock am 1.1.1915 an Typhus starb, wird in der
Antoniuskirche ein Requiem abgehalten, zu dem auch die Antoniusschüler
festlich gekleidet erschienen. Dafür begann der Unterricht zwei Stunden
später. Leider bricht die Chronik Ende 1916 ab, so erfahren wir nichts über
die späten Kriegsjahre und die folgenden Jahre der Not.
Das Kollegium der Antoniusschule 1919

In den Schülerzahlen
spiegelt sich die Entwicklung in diesen Jahren wieder. So sanken die
Schülerzahlen auf 520 in den Jahren 1924/25.
Sicherlich waren das auch Auswirkungen des ersten Weltkrieges. Viel
gravierender für Freisenbruch aber waren Schließungen umliegender Betriebe
und Zechen, darunter Schacht Heintzmann, und der damit verbundene Wegfall
von Arbeitsplätzen. Bis 1945 war die Schülerzahl weiter bis auf 250 Schüler
gesunken. Aus der Zeit zwischen den Weltkriegen liegen uns keine Unterlagen
vor.
Die NS-Zeit brachte für
die Antoniusschule und ihre Schüler so manche Änderung. So wurde die
Konfessionsschule in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt und die Kreuze aus
den Klassenräumen entfernt. Sie bekam ab 1939 den Namen
"Ludendorffschule". In diesem Namen klingt das schulpolitische Programm der
NS-Zeit durch. Wahrscheinlich wurde die Schule zeitweise nur von Mädchen
besucht. Aus den Kriegsjahren 1941-1943
ist eine kurze Schulchronik erhalten geblieben, in der wir etwas von dem
Schulleben der damaligen Zeit erfahren. Geschrieben hat sie wohl ein Lehrer.
So berichtet er über Lehrerwechsel und Beurlaubungen von Lehrerinnen für die
Kinderlandverschickung (KLV). Am 23.5.1941 wurden 80 Schulneulinge
angemeldet. Für 40jährige Tätigkeit wurde im Mai die Lehrerin
Fräulein
Lottritz geehrt, und im August der
Lehrer Herr Dilla (mit dem Treudienstehrenzeichen).
Ein immer wiederkehrendes
Thema durch beide Jahre ist der Schutz der Kartoffel als wichtiges
Nahrungsmittel. So wird ausdrücklich vermerkt, dass im Fach Naturkunde der
Kartoffelkäfer
behandelt wird. Jede Woche zogen Kinder, anfangs 60 bis 80 Mädchen, mit
ihrer Lehrerin aus, um auf den Kartoffelfeldern des Landwirts Grote die
Käfer von den Pflanzen zu sammeln. Diese Aktion fand später mehrmals
wöchentlich und in den Ferien statt. "Die Bekämpfung des Käfers ist
vaterländische Pflicht!" Ganz deutlich wird in dieser Chronik, wie intensiv
die zu erziehende Jugend in der Schule und in der Freizeit einbezogen wird
in Aktivitäten zur Unterstützung der Soldaten an der Front. So werden
mehrere Arten von Altmaterial Sammlung genannt, die unter Leitung und
Aufsicht der Lehrer von Schülern unserer Schule durchgeführt wurden. Die
Mädchen der Schule sammelten am 8.11.1941 6400 Flaschen, die sie auf Autos
verluden. "Unser Schulplatz zeigte ein reges Bild." Der Erlös, ebenso wie
selbstgestrickte Pulswärmer, Ohrenschützer und Decken, kam stets den
Soldaten zugute. Natürlich wurde auch der eigene Rektor, Hauptmann Günster,
bedacht, "und ein Dankesbrief belohnte die Kinder".
Vom 18.1. bis 11.2.1942
war die Schule wegen "Kälteferien" geschlossen. Im Frühling und Sommer
wurden auch Heil- und Teekräuter gesammelt, auf Trockengestellen getrocknet
und an die Hirschapotheke nach Kray gebracht. Diese Sammlung, die
Kartoffelkäferaktionen und die Altmaterialsammlungen fanden auch regelmäßig
in den Ferien statt.
Im
August 1942 wurden zum letzten mal Kinder, 40 Mädchen, in die
"Ludendorffschule" aufgenommen. Während der Wintermonate 1942/43 beteiligten
sich die Mädchen und Lehrerinnen an einer Hilfsaktion, bei der schadhafte
Soldatenstrümpfe ausgebessert und neue gestrickt wurden.
Bei einem Großangriff auf
Essen, zu dem Freisenbruch seit seiner Eingemeindung 1929 gehört, wurde am
13.1.1943 auch das Schulhaus, Dach und Fensterscheiben beschädigt. Ein
geregelter Unterricht war nur selten möglich, denn bei
Luftalarm mussten
die Kinder mit ihren Lehrern die Luftschutzbunker aufsuchen. Nach weiteren
heftigen Luftangriffen auf Essen am 5. und 12.3.1943 wurde die Schule
geschlossen. Viele
Kinder wurden aufs Land verschickt, bis nach Böhmen und Mähren
und die Lehrer zum Dienst bei Ämtern eingezogen. Das Schulgebäude wurde als
Notunterkunft für Bombengeschädigte bereitgestellt. Am 5.4.1943 sollte der
Unterricht wieder aufgenommen werden, doch der Großangriff am 3.4.
verhinderte diesen Beschluss. Die Schule wurde Kaserne für die "Technische
Nothilfe".
Am 9. August 1945 wurde
sie wieder als Antoniusschule, Hellweg 179, zunächst als
Gemeinschaftsschule, in Dienst genommen. Im Frühjahr 1946
wird sie nach einer Abstimmung wieder katholische Volksschule.
Von den vielen
Veränderungen, die Schule und Unterricht in dieser Zeit betrafen, haben nur
wenige überdauert. So wurde im November 1941 die "Normalschrift" eingeführt,
die Schrift, die auch heute noch mit kleinen Abweichungen überall
geschrieben wird.
Die erste Zeit nach dem
Krieg war geprägt von Instandsetzung, Wiederaufbau, Neubeschaffung und
Ringen um neue Inhalte. Im Vordergrund standen zunächst die Probleme, Räume
wieder herzurichten und Inventar und Lehrmittel zu beschaffen, die nach
Süddeutschland "evakuiert" worden waren. Im Protokollbuch heißt es am
21.08.45: "Unsere vordringliche Aufgabe ist die Instandsetzung der Schule.
Da auf die Hilfe des Hochbauamtes der Stadt Essen nicht zu rechnen ist, möge
jede Schule, soweit es in ihren Kräften steht, zur Selbsthilfe greifen." Am
8.9.1945 heißt es: "Fensterglas wird vielleicht in nächster Zeit von der
Mil.-Reg. (Militärregierung) geliefert werden." Im November 1947 fehlte aber
immer noch ein Teil der Verglasung. Mangel herrschte auch lange noch an
Büchern. Im September erschienen "Behelfsrechenbücher", die von den Eltern
für 0,70 Mark gekauft werden konnten. Allerdings war nur für jedes vierte
Kind ein Exemplar vorhanden.
Mittags wurden die Kinder
mit einer "Schulspeisung"
versorgt. Daraus entwickelte sich später unser Milchfrühstück. Wie
heute auch wieder, gab es Milch in Pfandflaschen. Eintrag vom 25.6.1953:
"Jedes Kind ist für seine Flasche haftbar: Es sollen einmal für 1 Woche 20
Pfennig mehr eingesammelt werden, die das Kind zurückbekommt, wenn es keine
Flasche zerschlagen hat." Überhaupt scheinen die Kinder auch damals schon
keine "Musterknaben" gewesen zu sein, denn es häufen sich die Aufforderungen
an die Lehrer, die Kinder zu "belehren", nicht mit Steinen auf Autos und
Züge zu werfen, keine Gärten und Bäume zu verwüsten und Sachen zu zerstören.
Später sollen sogar "Rüpel" dem Jugendamt gemeldet werden.
Auch an neuen Inhalten
und Methoden wird gearbeitet. Wenn auch oft noch die Rede ist von der "alten
Zucht und Ordnung", erkennt man aus den Berichten das intensive Bemühen, den
Kindern neue Ziele, Stoffe und Fächer, durch neue Methoden und
Unterrichtsformen zu vermitteln, u. a. durch Gruppenarbeit, aufgelockerte
Sitzformen und geschmückte Klassenräume (1953).
Genau wie heute scheint es nicht leicht gewesen zu sein. Am 23.4.48 heißt
es: "Die Tätigkeit eines Lehrers ist nicht mit der Übermittlung des Stoffes
erledigt. Es gibt keinen Unterricht ohne Erziehung. Das furchtbar laute
Benehmen der Kinder fällt überall auf. Ermahnungen haben wenig Erfolg.
Trotzdem soll die Lehrerschaft nicht müde werden, immer wieder die Kinder zu
Ruhe, Ordnung und Disziplin anzuhalten." In Zusammenhang mit diesen
Problemen und in Verbindung mit den großen Klassen, bis zu 80 Kindern, muss
man auch die häufig wiederkehrenden Hinweise auf die Vermeidung
"körperlicher Züchtigungen" sehen. Erst in den 60er Jahren wurde die
"Prügelstrafe" endgültig verboten.
Zwischen den vielen
Neuerungen finden wir am Anfang auch noch Bekanntes. So wird die
Kartoffelkäfersuche und die Heilpflanzensammlung, sowie das Sammeln von
Altpapier fortgesetzt.
Ab 1946 beginnt das
Schuljahr wieder Ostern. Ebenfalls 1946 werden neue Zeugnisse und Zensuren
festgesetzt: 1 sehr gut, 2 gut, 3 befriedigend, 4 genügend, 5 mangelhaft, 6
ungenügend. Unsere heutigen Zensuren unterscheiden sich nur in der Note 4
ausreichend.
Viele Aktivitäten und
Inhalte, die auch heute noch zu unserem Schulleben gehören, werden seit 1945
immer wieder genannt. So wird der Schutz der Natur, der Bäume und Wälder,
der Vögel und Tiere, hier schon im Unterricht bearbeitet. Auch die
Verkehrserziehung in einer Gesellschaft mit rapide wachsender Autobenutzung
wird ganz groß geschrieben. So weist Rektor
Leggewie im November 1955 darauf hin, dass Verkehrsunterricht
"nicht Fach, sondern Prinzip" sein muss. Immer wieder ist auch von Unfällen
mit Kindern die Rede. Um die Kinder zu schulen, gibt es besonders
ausgebildete Lehrer, die in die Schulen kommen, die Jugendverkehrsgärten
werden aufgebaut und die Radfahrprüfung für zehn-/elfjährige Kinder
ermöglicht. Ein Schülerlotsendienst wird in den frühen 50er Jahren
eingerichtet und 1956 werden die Lotsen besonders geehrt, da die Unfälle um
60% zurückgegangen seien. Aufgrund des zunehmenden Verkehrs werden von den
Eltern der Antoniusschule Ampelanlagen
zur Überquerung der vierspurigen Bochumer Landstraße gefordert. Im Mai 1962
ist eine Druckampel gegenüber der Schule installiert.
Auch Sportfeste,
Martinszüge, Schulwanderungen und Fahrten finden seit Beginn der 50er Jahre
regelmäßig statt. Sogar der Schwimmunterricht hatte schon früh an der
Antoniusschule seine Anfänge. Begonnen wird alles mit Duschaktionen in der
Schule ab September 1958. Einmal wöchentlich soll ab dem 4. Schuljahr
gebraust werden. Aber bereits zur gleichen Zeit fahren Oberklassen
nachmittags ins Hallenbad, mitfinanziert durch eine "Schwimmbeihilfe" der
Stadt Essen.
Ab
1951
geht es rapide aufwärts mit der Ausstattung der Schule: Neue Lern- und
Lehrmittel, Tische und Stühle, Brauseräume, fließendes Wasser in den
Klassen, Seife und Handtücher, frische Farben, Renovierungen der Fassade. So
heißt es am 24.4.1959: "Von Februar bis April wurde unsere Schule renoviert.
Alle Räume blinken und blitzen."
Die Entwicklung der
Schülerzahlen seit 1945 zeigt eine Wellenbewegung. Nachdem alle Kinder
zurückgekehrt, und Einschulungen und Entlassungen geregelt sind, lernen in
der Antoniusschule im März 1948 600 Schüler in zwölf Klassen mit 32 bis 71
Kindern. Bis 1953/54 sinkt die Schülerzahl auf etwas über 300. 1953 ist das
erste Jahr ohne "Durchziehklasse", eine Klasse ohne Klassenlehrer. Aber
bereits 1956 wird bei einer Klassenfrequenz von 42 Kindern wieder über
Lehrermangel geklagt, und 1958 wird von "katastrophal" und "Notstand"
gesprochen. Zu dieser Zeit besuchen 348 Schüler die Schule. Die Schülerzahl
steigt bis 1961, also in drei Jahren, auf 513 Schüler, die von 11 Lehrern
unterrichtet werden müssen. Das vierte Schuljahr hat 63 Kinder. Im Jahr 1962
fallen zeitweise 30% des Unterrichtes aus.
Woher kommt die hohe
Kinderzahl? Rund um seinen Kern war Freisenbruch immer noch ländlich
geprägt, Felder und Wiesen bedeckten die umliegenden Hügel. Jetzt, zur Zeit
des großen
Wirtschaftswachstums
der Stadt Essen wird Bauland für Wohnungen gesucht und zum Teil
rund um Freisenbruch gefunden. Große Siedlungen entstehen, als erste die
Gagfah-Siedlung in der Nähe der Freisenbruchstraße. In diese Wohnungen
ziehen viele junge Familien mit Kindern ein. So werden Ostern 1962 67 Kinder
dieses neuen Wohngebietes an die Canisiusschule überwiesen. In unserer
Schule bleiben 450 Kinder. 1964 liegt die Klassengröße zwischen 35 und 39
Kindern. 1965 wird die Schule am Morungenweg als Gemeinschaftsschule
eröffnet, und 1969 die Schule im Bergmannsfeld. Bis 1968 beziehen sich alle
Zahlen auf die achtklassige Antonius-Volksschule.
Ab Sommer 1968, der
Reform der Volksschule, wird die Antoniusschule Grundschule. Seither werden
hier nur die Klassen 1 bis 4 unterrichtet. Das alles hatte zur Folge, dass
die Schülerzahl an unserer Schule stark sank. Dadurch wurde das Gebäude am
Hellweg 179 für unsere Schule zu groß. Ebenso erging es der evangelischen
Haferfeldschule, Im Haferfeld 39. So wurde
beschlossen, beide Grundschulen räumlich zusammenzulegen. Die Antoniusschule
musste umziehen. Seit 1968 teilten sich die Antonius- und die
Haferfeldschule das Gebäude Im Haferfeld 39.
Ihren Tiefpunkt erreichte
die Schülerzahl unserer Schule 1982 mit 72 Schülern. Heute ist die
Antoniusschule zweizügig. Auf Grund gestiegener Schülerzahlen - über 200 -
haben wir seit Mai 2009 wieder eine Konrektorstelle von der Bezirksregierung
eingerichtet bekommen. Auch das
"neue Gebäude" ist fast so alt wie die "alte" Antoniusschule, von 1897. So
musste auch dieses nach und nach renoviert, und sogar erweitert werden. 1973
bekamen wir einen vierklassigen
Pavillon,
später eine neue Heizung, ein neues Dach, teilweise neue Anstriche,
Grünpflanzen an die graue Fassade, und 1993 ein erneuertes Toilettenhaus.
Das größte Objekt war 1990/91 die vollkommene Renovierung des Pavillons, da
er mit Asbest verseucht war. Im Jahre 2001 wurde die Fassade hell
angestrichen. Von 1997 bis 2001 hatten wir – weil die Klassenräume
nicht ausreichten - einen zweiten Lernort in der Schule am Hellweg. Nach
mehrjähriger Planung wurde zu Beginn des Jahres 2001 der Schulhof
kindgerecht umgestaltet. In den Jahren 2003 und 2004 wurde der
Verwaltungsbereich ganz umgebaut und neu gestaltet. Jetzt gibt es ein
helles, großes Büro, ebenso ein großes Lehrerzimmer und einen kleinen Besprechungsraum. Nach
Auslaufen der Haferfeldschule ist die Antoniusschule seit 01.08.2006 alleinige
Nutzerin des Schulgebäudes. Durch den offenen Ganztag ab 01.08.2007 gab es
erneut Umbau und Umgestaltung durch Einrichten der Betreuungsräume und
weiteres Umgestalten des Schulhofs nach Wünschen der Kinder.
Aber auch inhaltlich
änderte sich Einiges. 1966/67 wurde der Schuljahreswechsel von Ostern in die
Sommerferien verlegt. Überarbeitete Richtlinien wurden 1985 für die Klassen
1 und 2 und 1986 für alle Klassen der Grundschule verbindlich. Weitere neue
Richtlinien und Lehrpläne traten 2008 in Kraft. Seit 1976
gibt es Zeugnisse mit Beurteilungen statt Zensuren in den Klassen 1
und 2. Hier gab's einen Rückschritt zum Schuljahr 2006/07: In Klasse 2 gibt
es zu den Beurteilungen
wieder Zensuren. Auch
neue, offenere
Unterrichtsformen neben dem Frontalunterricht wurden eingeführt,
wie Gruppenarbeit, Tages- und Wochenplanarbeit, Freie Arbeit,
Werkstattunterricht, Projektarbeit. 1993 haben wir unser Schulprogramm
schriftlich zusammengestellt und veröffentlicht; 2000, 2005 und 2010 haben wir es
überarbeitet. Es gibt Einblicke in unsere Arbeit und macht Arbeits- und
Entwicklungsprozesse deutlich. Seit 1997 bieten wir als "Schule von 8 - 1"
eine verlässliche Betreuung von 7.45 Uhr bis 13.25 Uhr an. Ab dem 01. August
2007 sind wir "offene Ganztagsschule". Eltern habe die
Möglichkeit, ihre
Kinder von einem Erzieher/innenteam nach Bedarf von 7 bis 17 Uhr betreuen zu
lassen.
2004, 2006 und 2008
sind wir Hauptpreisträgerschule der Landesauszeichnung "Bewegungsfreudige
Schule NRW" geworden. 2010 haben wir in Berlin als eine von drei Schulen in
Deutschland den Deutschen Schulsportpreis erhalten.
In vielen Bereichen
unserer schulischen Arbeit gibt es - durch neue Erkenntnisse, Möglichkeiten,
Weiterentwicklungen - Veränderungen im Sinne von weiteren Verbesserungen und
neuen Schwerpunktsetzungen. Es gibt auch - bedingt durch Vorgaben aus der
Politik - Veränderungen im Grundschulbereich durch neue Gesetze, die wir
umzusetzen haben.
Noch immer müssen unsere
Schüler lesen, schreiben und rechnen lernen. Aber ebenso wichtig ist es,
dass unsere Schule zusammen mit den Eltern ihnen hilft, hineinzuwachsen in
die christliche Verantwortung für Umwelt,
Mitmenschen und für die Gemeinschaft, in der sie leben.
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